Leserbrief zum WK Artikel: Das Geheimnis alter Bäume vom 6.7.2018

(bisher nicht veröffentlicht/Bild stammt vom Autor)

 

Alte Bäume gewürdigt

 

 

 

Vielen Dank für diesen Artikel. Es hat gut getan, über die wichtigen und wohltutenden Wirkungen alter großer Bäume im Weser-Kurier zu lesen. Diese sind natürlich auch dem grünen Umweltsenator Lohse und seiner Fachbehörde bekannt. Allein: Es ist ihnen so etwas von egal. Da stehen nun 136 Platanen seit ca. 60-80 Jahren auf dem Deich. Doch der Senator will sie weiterhin abholzen lassen, weil "Bäume nicht auf den Deich gehören". Da wird der nach eigener Machbarkeitsstudie mögliche Hochwasserschutz mit dem Erhalt der Platanen als "nicht nachhaltig" bezeichnet, obwohl doch die Platane  als sehr robuster Stadtbaum in der Baumalter-Tabelle eine durchschnittliche Lebenserwartung von 500 Jahren bescheinigt wird. Da wird weiter unverdrossen behauptet, ein Drittel der Platanen  sei unheilbar mit dem Massaria-Pilz befallen, obwohl doch neuere Forschung beweist, dass bei entsprechender Baumpflege der Massaria-Pilz keine tödliche Krankheit ist. Wie im Artikel dargestellt, entwickeln gerade Bäume, die im Verbund stehen, eigene Abwehrmaßnahmen gegen Baumkrankheiten.

 

Ich komme gerade aus einem Urlaub von Kreta zurück. Dort steht u.a. als touristische Attraktion eine Platane die ca. 2500 Jahre alt ist und die immer noch junge Triebe hervorbringen. Auf Kreta konnte ich Neubauten sehen, in die Altbäume in den Bau so integriert sind, dass sie einerseits weiter ihre ökologischen Funktionen ausüben können und anderseits im Neubau eine Wohlfühlfunktion für die Menschen erbringen. Warum machen sich unsere Bremer "Fachleute" bei den Planungen zum Neustädter Deich nicht mal fantasievolle Gedanken, um den Erhalt der Platanen  zu sichern?  Der grüne Bau-und Umweltsenator sieht die Bäume eher als Einrichtungsgegenstände, die aus der Mode gekommen sind und nun stadtplanerischen Ideen im Wege stehen. Nach Auskunft des Senats auf eine kleine Anfrage der Bürgerschaftsfraktion der Linken wurden in Bremen seit 2015 5319 Bäume gefällt, darunter 157 "Alt-Bäume"(mindestens 1,20 m Stammumfang) Im gleichen Zeitraum wurden 3772 Neupflanzungen vorgenommen, also ein Verlust von 1547 Bäumen, wobei Neupflanzungen natürlich Jahrzehnte brauchen, um eine annähernde gleiche Ökobilanz zu erreichen. Ganz neben bei erfährt man bei der Auskunft auf diese Anfrage, dass der Schutz von Alt-Bäumen als "Naturdenkmal" seit 2005 außer Kraft gesetzt  und aktuell nicht besteht. Alte Bäume spielen -wie im Artikel beschrieben- eine wichtige Rolle für den Naturhaushalt, sie tragen zur Eindämmung der Erderwärmung bei. Bei den Abholzplanungen des Senators steht der Klimawandel als Begründung für alle Maßnahmen. Und doch will er die Platanen, die eventuelle Auswirkungen des Klimawandels positiv beeinflussen können, abholzen lassen. Grotesk oder ?

 

 

 

Reihhard Lippelt

 

 

Leserbrief zum Artikel "Diskussion über Klimapolitik" Weser-Kurier 14.06.2018

 

(bisher nicht veröffentlicht)

 

Chance vertan - zu diesem Fazit gelangte man nach dem Besuch der Veranstaltung, bei der es ausweislich ihres Untertitels um Perspektiven und Herausforderungen Bremer Umweltpolitik gehen würde. Dass hierbei jedenfalls nicht der klimaschützende Beitrag des Bremer Baumbestandes, namentlich der Platanen an der Neustädter Stadtstrecke thematisiert werden sollte, machte Umweltsenator Lohse gleich zu Beginn seines Impulsreferates deutlich. So groß ist offensichtlich die Furcht des Politikers vor einer argumentativen Auseinandersetzung mit den selbstverständlich anwesenden Vertretern der einschlägigen Bürgerinitiative, dass er sogar auf die Darstellung seiner Themen-verwandten Klimaschutzmassnahme zur Förderung von Dachbegrünungen verzichtete. So mutierte sein Vortrag zur reinen Vorwahlkampfrhetorik, unverständlicher Weise völlig unkritisch sekundiert von der Bereichsleiterin Klima- und Umweltschutz des BUND Bremen. Von kontroverser Diskussionskultur keine Spur, wo doch Herr Lohse die Gelegenheit gehabt hätte, dem interessierten Neustädter Bürger näher zu bringen, was seine Variante zur Neugestaltung der Stadtstrecke im Schlachte-Stil unter Beseitigung von 136 Platanen mit Klimaschutz zu tun hat und warum er gebetsmühlenartig allein diese Alternative ohne Platanen wider besseren Wissens als hinreichenden Schutz vor der beschworenen Sintflut verkauft. Auf diese Weise wird es den Bremer Grünen sehr schwer fallen, den fatalen Vertrauensverlust auf ihrem originären Kerngebiet bis zur Bürgerschaftswahl wieder gut zu machen.

Carsten Bergjohann

Leserbrief zum Weser-Kurier Artikel Blühende Deich - "Blüten ohne Bienen" 29.04.2018

 

Wie Schön, dass der Deichhauptmann des Deichverbandes rechts der Weser, Michael Schirmer, von dem Blütenteppich auf den Deichen des Blocklandes schwärmt.

 

Wie schön, dass der der Deichverband und der Naturschutzverband BUND von einer "win-win-Siutation" sprechen.Die Blütenvielfalt macht den Deich durch das Wurzelwerk sicherer und stabiler.

 

Das gilt doch sicher auch für den Deich links der Weser. Merkwürdigerweiser setzen sich der Deichverband links der Weser und der BUND hier nicht für den Naturschutz ein. Im Gegenteil: Sie wollen die Platanen am Neustädter Deich nicht vor den Abholzplänen des grünen Umweltsenators schützen. Im Blockland macht das Wurzelwerk den Deich sicherer. Hier jedoch macht das Wurzelwerk der Platanen den Deich angeblich unsicher ? Wie kann das sein ? Wie schön wäre es , wenn man hier den Gründeich mit Wildblumen einsät und auch hier die "win-win-Situation" herstellt. Naturschutz ist auch immer Menschenschutz. Hochwasserschutz ist mit den ehrwürdigen Pla tanen möglich.Mit einer Spundwand straßenseitig z.B.sind die prächtigen Bäume zu erhalten, wie das praktisch vorhandene Beispiel in Brake zeigt. Doch genau dies will Senator Lohse nicht.

 

 

 

 

Reinhard Lippelt

 

Link zum WK Artikel "Blüten ohne Bienen"

 

 

Leserbrief zum Interview mit Senator Lohse „Wesermündung abdeichen“ vom 11.4.2018

 

Erneut beschwört Senator Lohse die Urangst der Bremer in der Neustadt vor Überflutung um seine wahren Absichten einer neoliberalen Ufergestaltung á la Überseestadt zu verschleiern. Aus dem Generalplan Küstenschutz lässt sich hingegen ableiten, dass mit der einfachen und kostengünstigen Maßnahmen, z.B. einer staßenseitigen Spundwand der Deichschutz der Stadtstrecke optimiert werden kann. Ich möchte einen grünen Deich mit Platanen bewahrt sehen und nicht gegen eine Mauer schauen.

 

Joachim Streicher

 

Leserbrief zum Artikel "Grüne für Platanenabholzung  am Deich vom 18.2.19 (nicht veröffentlicht)

Verständigung nicht erwünscht
"Man halte den Austausch mit der Bürgerinitiative für sehr wichtig ", so der Vorstand der Bremer Grünen Saxe.Wie dieser Austausch aussehen soll, hat Saxe in Klartext in dem Antwortschreiben an die Bürgerinitiative, die einen Dialog eingefordert hatte, gleich mal vorgeben.Dass man Hochwasserschutz mit dem Erhalt der 136 Plantanen gewährleisten kann, (was nach der Machbarkeitsstudie durchaus möglich ist) soll nicht zum Thema gemacht werden.Genau so hatte der grüne Umweltsenator Lohse von vornherein jedes Gespräch hierüber verunmöglicht.Statt nun darüber zu sprechen, werden die vielleicht noch zweifelnden  Mitglieder der Grünen per ausführlichen Brief zur Meinungsbildung aufgefordert. Dabei werden die gleichen unwahren Argumente weiter verwendet, mit denen der Senator schon Beirat und Baudepuation beeindruckt hat. Baumschutz und Nachhaltigkeit, Hochwasserschutz und Klimaveränderung seien Kernthemen der Grünen.Da stehen nun über Jahrzehnte 136 große ehrwürdige Platanen auf dem Deich, die aber laut den  Parteivorsitzenden der Grünen " dort nicht zu suchen haben". Die Bäume sind von unseren Vätern mit Bedacht auf den Deich gesetzt worden, weil sie sich gegenseitig unterstützen und den Deich Sicherheit geben. Der Beweis : Alle Orkane(auch den letzten großen) haben sie unbeschadet überstanden.
Mit einem erdachten Schrechensszenario sollen Bürger und Parteimitglieder dazu gebracht werden dem Todesurteil für die Bäume zuzustimmen." Wenn nur eine Platane enwurzelt würde, würde ein großes Loch in den Deich gerissen, es käme zu einem Dominoeffekt und eine Platane nach der anderen würde umstürzen, den Deich zerstören und dies würde die Überschwemmung der ganzen Neustadt zur Folge haben. Bei Sturm würden die Bäume wackeln, die Wurzeln würden den Deich auflockern-ein Alptraum". Warum aber immer wieder dieses Schreckensszenario, wenn doch eine Spundwand gebaut werden soll, die dann den Hochwasserschutz bildet und nicht mehr der Deich."Der Bau einer Spundwand  würde die Bäume so schädigen, dass sie nicht zu erhalten seien".Dabei sieht man in Brake, dass man Spundwände auch sensibel iso  bauen kann,dass große Bäume nicht geschädigt werden, was ja auch den angrenzenden Häusern zugute käme. 2006 in Brake gebaut und öffentlich dokumentiert, kann man sogar sehen, wie so etwas gemacht worden ist.
Aber Senator und Vorstandvorsitzende wollen diese Platanen nicht. Dazu müssen sie weiter schlecht geredet werden.Massaria-Pilz ist keine unheilbare Pest, sondern kann behandelt werden,die Bäume sind weder zu alt noch zu krank. Die Nachhaltigkeit dieser geplanten Abholzaktion liegt allein in dem ungeheuren stadtökologischen Schaden, der angerichtet wird. Nachpflanzungenn helfen da nicht, die  junge Bäume brauchen mindestens 40 Jahre bis sie ähnlich ökologische Leistungen vollbringen können wie die jetzt schon vorhanden Platanen. Statt die Segnungen , die uns diese Bäume geben(Atmosphäre, Feinstaubbindung, Lärmschutz.Luft verbesserung usw.) in der Gegenwart zu erhalten, wollen die Grünen im Wahlkampf mit theoretischen Zukunftsvisionen beim  Wähler punkten. Wenn die Glaubwürdigkeit der Grünen weiter so rapide verloren geht, wird es diese Partei in der Zukunft nicht mehr geben.
Reinhard Lippelt

Steuergelder für Abholzaktion (12.03.18)

 

Senator  Lohse scheut sich nicht, auch den Deputierten die gleiche Unwahrheit aufzutischen, wie der Öffentlichkeit.

"es gebe keine Maßnahme, die es möglich mache, die Platanen zu erhalten", behauptet er weiterhin, obwohl in der Machbarkeitsstudie, die jeder nachlesen kann, mehrere Varianten beschrieben werden, wie Hochwasserschutz mit dem Erhalt der Platanen sehr wohl möglich ist. Nur in der von ihm gewünschten Vorzugsvariante, die seine Art von Stadtplanung über die ökologische Leistung der Bäume stellt, haben die Platanen keine Chance. An dieser Entscheidung festzuhalten, angesichts der Belastung der Luft und drohenden Fahrverboten ist ungeheuerlich.Da winken die Deputierten für Umwelt und Bau mal eben "vorerst " € 700000.- durch, zusammen mit  den Kosten für den Gestaltungswettbwerb ohne Planten in Höhe von € 130000.- ,  sind das  schlappe € 830000.- Steuergelder des" Haushaltsnotlageland Bremen" . Ausgebenes Steuergeld, man kennt es von anderen Bauvorhaben, wird später als Argument dafür dienen, dass man jetzt nicht mehr zurück könne, weil ja schon so viel Geld ausgegeben worden sei.

Dabei sind die stichhaltigen Argumente der Bürgerinitiative sowohl dem Senator als auch den Deputierten oft genug vorgetragen worden.Doch eine Diskussion mit einer wirklichen Bürgerbeteiligung . bei der in Ruhe Natur-und Klimaschutz mit Hochwasserschutz abgewogen werden könnte,, z.B. mit einen "runden Tisch" soll es einfach nicht geben.

 

Reinhard Lippelt